Tsuka-Maki
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Es war im Jahr 1 Heisei, nach meiner Zeitrechnung das Jahr 1989, als mir die Gelegenheit geboten wurde bei Yoshiyuki Yamada Sensei einen Einblick in die Kunst des Tsuka-Maki zu bekommen. Sensei Yoshiyuki Yamada hat zuletzt Yasuo Toyama unterrichtet, der im Jahr 2003 von der NBTHK zum Mukansa des Tsuka-Maki-shi ernannt wurde.

An dieser Stelle möchte ich zuerst allen danken, die mir durch ihre Kontakte zu diesem einmaligen Erlebnis verholfen haben. Ebenso gilt mein Dank der Familie Yamada, die mich so fürsorglich aufgenommen hat.

Yoshiyuki_Yamada_Werkstatt

Unter Tsuka-Maki versteht man die Griffwicklung des japanisches Schwertes. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Wicklungen. Die Bekanntesten dürften Kata-Hineri, Kata-Tsumami und Moro-Tsumami sein. Die verschiedenen Möglichkeiten kann ich hier nur an einem einfachen Beispiel wiedergeben. Bei der hier gezeigten Technik handelt es sich um ein Kata-Tsumami, eine Mischung aus Kata-Hineri und Moro-Tsumami.

Beim Schwert unterscheidet man die beiden Seiten der Klinge je nach Art wie sie getragen wird. Es gibt die dem Träger abgewandte Seite, Omote genannt, und die ihm zugewandte Seite, Ura. Die Griffwicklung beginnt immer auf der Omote-Seite parallel zum Fuchi .
Das Griffband (Tsuka-Ito) muss nicht unbedingt ein geflochtenes Seidenband sein, es kann auch aus Leder, Stoff oder Rattan bestehen. Beim Wickeln wird es mit Kusune, einer Mischung aus Kiefernharz und Rapsöl, bestrichen. Dies sorgt dafür, dass sich das Band an den Griff anhaftet und die Festigkeit der Verbindung erhöht wird.

Die Position der geplanten Knoten wird an der Griffseite markiert. Die zu wickelnde Grifflänge ist immer ein ungerades Vielfaches der Bandbreite.

Zu Beginn wird die Bandmitte am Fuchi angelegt. Dann wird beim Kata-Tsumami durch zwei 180°-Drehungen des einen Bandendes ein Hineri gelegt, darüber liegt die andere Bandseite in Moro-Tsumami-Technik. Richtig, hier im Bild ist natürlich bereits der zweite Knoten, der sich wieder auf Omote befindet, zu sehen.

Kusune
TsukaMaki_Step01
TsukaMaki_Step03

Alle Knoten der Wicklung werden mit gefalteten Papierchen (Hishi-gami) unterfüttert. Ob das Hishi-gami zuerst in Form geschnitten wird oder erst später wird unterschiedlich gesehen, ich halte es halt mit meinem Sensei und schneide es erst während der Arbeit in Form.

Ist der Knoten soweit vorbereitet wird er angezogen. Er muss danach fest anliegen und darf sich unter einem prüfenden Fingerdruck nicht verschieben. Ab jetzt ist darauf zu achten, dass die Spannung im Band nie verloren geht, da sich dadurch die bereits fertige Wicklung wieder lösen könnte.
Ebenso ist darauf zu achten das die Knoten einer Seite immer abwechselnd erfolgen, d.h. wurde beim letzten Knoten erst das linke Band und dann das Rechte gelegt, so ist nun erst das Rechte und dann das linke Band an der Reihe.
Bald kommt man zu dem Punkt an dem die Menuki eingebunden werden. Hierbei handelt es sich um kleine Glücksbringer. Sie sollten so positioniert sein, dass sie auf Omote spätestens in der Griffmitte enden und auf Ura im gleichen Abstand von der Mitte beginnen. Bei Tiermotiven diesen bitte nicht die Augen verbinden, da sie so nicht nach Feinden Ausschau halten können....

TsukaMaki_Step05

Jetzt kommt der schwierigste Teil, der Endknoten. Ohne viele Worte sprechen die Bilder hoffentlich ihre eigene Sprache, so dass jeder bei Bedarf die nächsten Schritte nachvollziehen kann.
Der Endknoten beginnt auf Omote, drei Bandbreiten vor dem Griffende. Hier wird ein langes Hishi-gami eingelegt und dann wie zuvor der Knoten gelegt.
Ab diesem Punkt wird kein Kusune mehr verwendet.

TsukaMaki_Step06
TsukaMaki_Step07

Dann geht es auf Ura weiter. Auch hier wird unter Verwendung längerer Hishi-gami der übliche Knoten angebracht.

 

TsukaMaki_Step08

Und schon sind wir wieder auf Omote.
Das rechte Bandende wird unter dem letzten Knoten durchgezogen. Durch die entstehende Schlaufe wird das linke Bandende gesteckt.

Das durchgesteckte Bandende, durch einige Stiche zusammengenäht, wird nun von oben nach unten unter dem letzten Knoten durchgezogen, so das eine senkrecht stehende Schlaufe entsteht.

TsukaMaki_Step09
TsukaMaki_Step10

Das noch oben liegende Band wird ebenfalls unter dem letzten Knoten durchgeschoben und angezogen.
Danach werden die Bänder durch das Kashira geführt.

Kashira

Es ist auch möglich, ein Kashira aus Horn aufzusetzen und die Bänder dahinter zu verknoten.

Auf Ura werden die Bänder unter dem letzen Knoten nach oben durchgeführt.

TsukaMaki_Step12

Das linke Band wird über das rechte Band gekreuzt und dann nach unten durchgesteckt.
Das noch oben verbleibende Band wird mit einigen Nähstichen zu einem Schlauch vorbereitet, nach unten gelegt um dann unter dem letzten Knoten wieder nach oben durchgeführt zu werden...

TsukaMaki_Step13
TsukaMaki_Step14

...so dass es oben wieder austritt. Dieses Band hier abschneiden.

Das noch verbleibende Band wird auf der anderen Seite des Knotens wieder nach oben geführt und dort ebenfalls abgeschnitten.

TsukaMaki_Step15

Der fertige Griff.

kata_tsumami

Bei weiterem Interesse sollten sie auch diese Seite besuchen: tsukamaki.net/tsuka.

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